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Die Wahlverwandtschaften

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Seide,  Schals  und  Spitzen  wetteiferten  an  Feinheit,  Zierlichheit  und  Kostbarkeit.  Auch  war  der Schmuck nicht vergessen. Sie begriff wohl die Absicht, sie mehr als einmal vom Kopf bis auf den Fuß zu kleiden: es war aber alles so kostbar und fremd, daß sie sich’s in Gedanken nicht zuzueignen getraute. Sechzehntes Kapitel Des andern Morgens war der Hauptmann verschwunden, und ein dankbar gefühltes Blatt an die Freunde  von  ihm  zurückgeblieben.  Er  und  Charlotte  hatten  abends  vorher  schon  halben  und einsilbigen Abschied genommen. Sie empfand eine ewige Trennung und ergab sich darein: denn in dem  zweiten  Briefe  des  Grafen,  den  ihr  der  Hauptmann  zuletzt  mitteilte,  war  auch  von  einer Aussicht auf eine vorteilhafte Heirat die Rede; und obgleich er diesem Punkt keine Aufmerksamkeit schenkte, so hielt sie doch die Sache schon für gewiß und entsagte  ihm rein und völlig. Dagegen glaubte sie nun auch die Gewalt, die sie über sich selbst aus übte, von andern fordern zu können.  Ihr  war  es  nicht  unmöglich  gewesen,  andern  sollte  das  gleiche  möglich  sein.  In  diesem Sinne  begann  sie  das  Gespräch  mit  ihrem  Gemahl,  um  so  mehr  offen  und  zuversichtlich,  als  sie empfand, daß die Sache ein für allemal abgetan werden müsse. Unser Freund hat uns verlassen, sagte sie: wir sind nun wieder gegeneinander über wie vormals, und es käme nun wohl auf uns an, ob wir wieder völlig in den alten Zustand zurü ckkehren wollten. Eduard,  der  nichts  vernahm,  als  was  seiner  Leidenschaft  schmeichelte,  glaubte,  daß  Charlotte durch diese Worte den früheren Witwenstand bezeichnen und, obgleich auf unbestimmte Weise, zu einer  Scheidung  Hoffnung  machen  wolle.  Er  antwortete  deshalb  mit  Lächeln:  Warum  nicht?  Es käme nur darauf an, daß man sich verständigte. Er fand sich daher gar sehr betrogen, als Charlotte versetzte: Auch Ottilien in eine andere Lage zu bringen, haben wir gegenwärtig nur zu wählen; denn es findet sich eine doppelte Gelegenheit, ihr Verhältnisse zu geben, die für sie wünschenswert sind. Sie kann in die Pension zurückkehren, da meine Tochter zur Großtante gezogen ist; sie kann in ein angesehenes Haus aufgenommen werden, um mit einer einzigen Tochter alle Vorteile einer standesmäßigen Erziehung zu genießen. Indessen, versetzte Eduard ziemlich gefaßt, hat Ottilie sich in unserer freundlichen Gesellschaft so verwöhnt, daß ihr eine andere wohl schwerlich willkommen sein möchte. Wir  haben  uns  alle  verwöhnt,  sagte  Charlotte,  und  du  nicht  zum  letzten.  Indessen  ist  es  eine Epoche,  die  uns  zur  Besinnung  auffordert,  die  uns  ernstlich  ermahnt,  an  das  Beste  sämtlicher Mitglieder unseres kleinen Zirkels zu denken und auch irgend eine Aufopf erung nicht zu versagen. Wenigstens  finde  ich  es  nicht  billig,  versetzte  Eduard,  daß  Ottilie  aufgeopfert  werde,  und  das geschähe doch, wenn man sie gegenwärtig unter fremde Menschen hinunterstieße. Den Hauptmann hat  sein  gutes  Geschick  hier  aufgesucht;  wir  dürfen  ihn  mit  Ruhe,  ja  mit  Behagen  von  uns wegscheiden lassen. Wer weiß, was Ottilien bevorsteht; warum sollten wir uns übereilen? Was uns bevorsteht, ist ziemlich klar, versetzte Charlotte mit einiger Bewegung, und da sie die Absicht hatte, ein für allemal sich auszusprechen, fuhr sie fort: Du liebst Ottilien, du gewöhnst dich an sie. Neigung und Leidenschaft entspringt und nährt sich auch von ihrer Seite. Warum sollen wir nicht mit Worten aussprechen, was uns jede Stunde gesteht und bekennt? Sollen wir nicht so viel Vorsicht haben, uns zu fragen, was das werden wird? Wenn    man    auch    sogleich    darauf    nicht    antworten    kann,    versetzte    Eduard,    der    sich zusammennahm, so läßt sich doch so viel sagen, daß man eben alsdann sich am ersten entschließt abzuwarten, was uns die Zukunft lehren wird, wenn man gerade nicht sagen kann, was aus einer Sache werden soll. Hier vorauszusehen, versetzte Charlotte, bedarf es wohl keiner großen Weisheit, und so viel läßt sich auf alle Fälle gleich sagen, daß wir beide nicht mehr jung genug sind, um blindlings dahin zu gehen, wohin man nicht möchte oder nicht sollte. Niemand kann mehr für uns sorgen; wir müssen 50
  
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Siehe auch:
Johann König - Live! Total Bock auf Remmi Demmi (+CD)
von Johann König (in DVD & Blu-ray)
A Musical Banquet
von Jordi Savall, Andrea Gabrieli, Giovanni Gabrieli, Gioseffo Guami, et al. (in Musik)
Air On A G String (From Overture No3 In D Bwv1068)
von Johann Sebastian Bach (in MP3-Downloads)
Wir entdecken Komponisten - Johann Sebastian Bach Vol. 2
von Kraemer, Quadflieg, Walcha, Pinnock, et al. (in Spielzeug)
Bach, Johann Sebastian: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
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