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Die Wahlverwandtschaften

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zur eigenen Besitzung, zur eignen Umgebung, und zu dem, was man daran ausbilden könnte, sehr leicht. Die von dem Hauptmann entworfene Karte zum Grunde zu legen, war nunmehr eine angenehme Beschäftigung,  nur  konnte  man  sich  von  jener  ersten  Vorstellung,  nach  der  Charlotte  die  Sache einmal angefangen hatte, nicht ganz losreißen. Doch erfand man einen leichtern Aufgang auf die Höhe;  man  wollte  oberwärts  am  Abhange  vor  einem  angenehmen  Hölzchen  ein  Lustgebäude aufführen;  dieses  sollte  einen  Bezug  aufs  Schloß  haben,  aus  den  Schloßfenstern  sollte  man  es übersehen, von dorther Schloß und Gärten wieder bestreichen kö nnen. Der Hauptmann hatte alles wohl überlegt und gemessen, und brachte jenen Dorfweg, jene Mauer am  Bache  her,  jene  Ausfüllung  wieder  zur  Sprache.  Ich  gewinne,  sagte  er,  indem  ich  einen bequemen  Weg  zur  Anhöhe  hinaufführe,  gerade  so  viel  Steine,  als  ich  zu  jener  Mauer  bedarf. Sobald eins ins andre greift, wird beides wohlfeiler und geschwinder bew erkstelligt. Nun aber, sagte Charlotte, kommt meine Sorge. Notwendig muß etwas Bestimmtes ausgesetzt werden; und wenn man weiß, wie viel zu einer solchen Anlage erforderlich ist, dann teilt man es ein, wo nicht auf Wochen, doch wenigstens auf Monate. Die Kasse ist unter meinem Beschluß, ich zahle die Zettel, und die Rechnung führe ich selbst. Du scheinst uns nicht sonderlich viel zu vertrauen, sagte Eduard. Nicht  viel  in  willkürlichen  Dingen,  versetzte  Charlotte.  Die  Willkür  wissen  wir  besser  zu beherrschen als ihr. Die Einrichtung war gemacht, die Arbeit rasch angefangen, der Hauptmann immer gegenwärtig, und Charlotte nunmehr fast täglich Zeuge seines ernsten und bestimmten Sinnes. Auch er lernte sie näher kennen, und beiden wurde es leicht, zusammen zu wirken und etwas zu Stande zu bringen. Es ist mit den Geschäften wie mit dem Tanze; Personen, die gleichen Schritt halten, müssen sich unentbehrlich werden; ein wechselseitiges Wohlwollen muß notwendig daraus entspringen, und daß Charlotte dem Hauptmann, seitdem sie ihn näher kennengelernt, wirklich wohlwollte, davon war ein  sicherer  Beweis,  daß  sie  ihn  einen  schönen  Ruheplatz,  den  sie  bei  ihren  ersten  Anlagen besonders  ausgesucht  und  verziert  hatte,  der  aber  seinem  Plane  entgegenstand,  ganz  gelassen zerstören ließ, ohne auch nur die mindeste unangenehme Empfindung dabei zu haben. Siebentes Kapitel Indem  nun  Charlotte  mit  dem  Hauptmann  eine  gemeinsame  Beschäftigung  fand,  so  war  die Folge, daß sich Eduard mehr zu Ottilien gesellte. Für sie sprach ohnehin seit einiger Zeit eine stille freundliche Neigung in seinem Herzen. Gegen jedermann war sie dienstfertig und zuvorkommend; daß sie es gegen ihn am meisten sei, das wollte seiner Selbstliebe scheinen. Nun war keine Frage: was für Speisen und wie er sie liebte, hatte sie schon genau bemerkt; wie viel er Zucker zum Tee zu nehmen pflegte, und was dergleichen mehr ist, entging ihr nicht. Besonders war sie sorgfältig, alle Zugluft abzuwehren, gegen die er eine übertriebene Empfindlichkeit zeigte, und deshalb mit seiner Frau, der es nicht luftig genug sein konnte, manchmal in Widerspruch geriet. Ebenso wußte sie im Baum- und Blumengarten Bescheid. Was er wünschte, suchte sie zu befördern, was ihn ungeduldig machen  konnte,  zu  verhüten,  dergestalt,  daß  sie  in  kurzem  wie  ein  freundlicher  Schutzgeist  ihm unentbehrlich ward und er anfing, ihre Abwesenheit schon peinlich zu empfinden. Hiezu kam noch, daß sie gesprächiger und offener schien, sobald sie sich allein tr afen. Eduard   hatte   bei   zunehmenden   Jahren   immer   etwas   Kindliches   behalten,   das   der   Jugend Ottiliens besonders zusagte. Sie erinnerten sich gern früherer Zeiten , wo sie einander gesehen; es stiegen diese Erinnerungen bis in die ersten  Epochen der Neigung Eduards zu Charlotten. Ottilie wollte sich der beiden noch als des schönsten Hofpaares erinnern; und wenn Eduard ihr ein solches Gedächtnis  aus  ganz  früher  Jugend  absprach,  so  behauptete  sie  doch  besonders  einen  Fall  noch vollkommen  gegenwärtig  zu  haben,  wie  sie  sich  einmal,  bei  seinem  Hereintreten,  in  Charlottens 25
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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